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2019 – 2022
Im Rahmen der beeswe.love Bienen-Patenschaften wurden für die Kunden umfassende Medienpakete entwickelt. Ziel war es, ein schlüsselfertiges Marketingpaket bereitzustellen, das die Kommunikation während des Bienenjahres nahtlos unterstützt. Neben hochwertigem Bild- und Filmmaterial entstanden Textdossiers zu verschiedenen Themen rund um das Bienenjahr. Diese informativen und unterhaltsamen Inhalte dienten als vielseitige Grundlage für Mailings, Social-Media-Posts und weitere Marketingaktivitäten – um das Engagement der Partner authentisch, glaubwürdig und facettenreich zu vermitteln.


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Es war eine Mutter, die hatte zehn Kinder?
Phänologie für Einsteiger


Hätte sich Antonio Vivaldi neben der Komposition auch mit Bienen beschäftigt, so wäre sein bekanntestes Werk wohl eindeutig länger geraten! Denn der kluge Imker kennt aus gutem Grund nicht vier, sondern ganze zehn Jahreszeiten!
Bevor Sie aber versuchen, den Pizzabäcker Ihres Vertrauens mit der Bestellung einer »Dieci stagioni« nachhaltig ins Unglück zu stürzen, hier eine kleine Einführung in die sogenannte
Phänologie – die Wissenschaft der Erscheinungen:


Seit frühester Kindheit sind wir es gewohnt, das Jahr in vier Jahreszeiten einzuteilen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Jeder
kundige Naturbeobachter kennt aber eine wesentlich feinere Einteilung in die zehn biologisch begründeten, „phänologischen Jahreszeiten“. Diese richtet sich nach periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen (Altgriechisch: phaíno – ich erscheine) in der Natur.

Dabei spielt die Blüte bestimmter Zeigerpflanzen, Fruchtstände oder auch das Verhalten von Tieren eine Rolle, wenn es darum geht, den Anfang der einen oder das Ende der anderen Jahreszeit festzustellen.
Gerade diese Feinheiten machen es natürlich unmöglich, phänologische Jahreszeiten auf den Tag genau festzulegen. Sie sind
regional verschieden, klimatischen Schwankungen unterworfen und zeigen besonders gut auf, wie komplex, wie wahnsinnig fein abgestimmt, aber auch wie fragil die Maschine Natur funktioniert ... wenn wir sie lassen.

Und warum erzählen wir Ihnen all das?
Sowohl die Wild- als auch Honigbienen sind initiale Funktionsträger in unserem Ökosystem. Ihre Bedeutung im Kreislauf von Blüte und Frucht, von Fressen und Gefressenwerden, von Biodiversität und Kulturlandschaft ist nicht hoch genug zu bewerten.
Wir haben Verantwortung übernommen und werden unsere Bienen das ganze Jahr begleiten. Dabei schauen wir selbstverständlich
über den „Beute-Rand“ hinaus in die gesamte Welt der Biene, die entstandene Bienenweide und das Leben, das gerade jetzt im Frühjahr so magisch wieder erwacht.

Vergessen Sie Game of Thrones!
Denn echte Dramen spielen sich hier bei unseren Bienen ab.


Beschauliches Summen, idyllische Landschaft, laue Abende … Der Sommer kann so schön friedlich sein.
Aber der äußere Anschein ist trügerisch! Zumindest bei unseren Bienen. Denn gerade in den vergangenen Monaten war das Bienenleben von wahren Dramen und epochalen Szenen geprägt.
Holen Sie sich besser gleich noch etwas Popcorn!

Sommerzeit ist Schwarmzeit für Bienen. Wer würde hinter dieser nüchternen Tatsache etwas vermuten, das durchaus
Blockbuster-Qualitäten hat? Aber lassen Sie uns am Anfang beginnen:

Eine Palast-Intrige
Queen Mum hat einen geheimen Masterplan: Filialisierung!
„Soll sich doch die Jugend um diesen Saftladen hier kümmern“, denkt sie sich und konspiriert mit mindestens der Hälfte des Bienenstaates, um eine „flotte Biege“ zu machen.

Zu diesem Zweck spannt sie seit geraumer Zeit ihre Arbeiterinnen und Drohnen für sich ein und lässt klammheimlich die Prinzessinnen-Larven mit reichhaltigem Gelee Royal anfüttern. „Auf dass die Saat aufgehen möge … harr, harr, harr!“

Doch Ihre Majestät hat die Entschlossenheit der jungen Royals unterschätzt:
In dem Moment, da die erste Thronanwärterin schlüpft, beginnt schon das blutige Gemetzel.
Zum ersten und letzten Mal benutzen die Jungköniginnen ihren Stachel, um sich auf die
brutalste, aber nachhaltigste Art ihrer Rivalinnen zu entledigen.

Das Bienenleben ist halt nicht immer ein Honigschlecken! 

Zum Glück sorgen bei unseren Honigbienen die Imker frühzeitig dafür, das Schwarmverhalten zu unterdrücken und so den Zusammenhalt des Staates zu sichern – auch eine Art Politik. Und Ende gut, alles gut! 

Heiße Zeiten!
Wie unsere Bienen trotz steigender Temperaturen ihre Coolness bewahren.

Sommer 2022
Automatische Abwesenheitsnotizen, leere Pendlerstrecken und ausverkaufte Ventilatoren …
Ja, endlich ist es wieder richtig Sommer in Deutschland!
Der Homo sapiens tummelt sich – wenn nur irgend möglich – an Baggerseen, Stränden und
Eiscreme-Ständen.

Für unsere Bienen hingegen ist die „Masse“ auch im Hinblick auf die Temperatur eine Karte, die sich hervorragend ausspielen lässt. Denn Bienen verfügen über eine ausgeklügelte Klimatechnik, die es ihnen ermöglicht, die Temperatur im Bienenstock ganz präzise zu regulieren: Bei Kälte im Winter sammeln sich die verbliebenen Arbeiterinnen um die Brut und erzeugen durch Vibration der Muskulatur wohlige Körperwärme.

Bei Rekordtemperaturen im Sommer belüften die Arbeiterinnen den Bienenstock, indem sie sich vor dem „Nest“ aufstellen und per Flügelschlag warme Luft aus dem Stock fächern. Mit bis zu 7.200 Flügelschwingungen pro Minute (!) schaffen sie es, die Temperatur konstant bei etwa 35 Grad zu halten.

Wenn es doch mal etwas unangenehmer wird, werden Wassertropfen auf die Waben gesprüht.
Per Flügelschlag entsteht so ein zusätzlicher Kühleffekt. Und wenn das alles noch nicht reicht, gibt es immer noch den sogenannten „Bienenbart“, bei dem eine große Anzahl von Bienen den Stock verlässt und sich am Flugloch zu einer Traube (dem Bart) formiert. So verhindern sie ganz selbstlos, dass die Temperatur im Stock zu sehr ansteigt und damit die Bruttätigkeit der Königin gestört wird.

Sie sehen – nicht nur die Gattung Mensch ist einfallsreich, wenn es darum geht, in den heißen Tagen etwas Abkühlung zu erwischen.


Drohnen raus!
Als männliche Biene, also „Drohn“ oder „Drohne“ ist das Leben weiß Gott kein Honigschlecken.
Um ehrlich zu sein, ist es nicht mal besonders lang! Denn hat man - frei nach Shakespeare - nach dem Hochzeitsflug seine „Schuldigkeit getan“, kommt unvermeidlich ein tragisches Ende auf unsere armen BienERICHE zu: Ganz konkret - wie unser Beweisvideo deutlich zeigt - in Form von entschlossenen Türsteherinnen, die dem Mannsvolk rigoros den Zutritt verweigert.
Klingt grausam? Ist es auch!
Denn die Drohnen werden außerhalb des Bienenstocks nicht lange überleben.
Aber so läuft das eben im Bienen-Matriarchat: »Sorry Jungs – it's a woman's world!« 

Bizarr: Grüne Wüsten und farbenfrohe Sterilität
Wie der Schein doch manchmal trügen kann: Knallbunte Beete mit exotischen Blühpflanzen sind in vielen Parkanlagen und Vorgärten zwar eine Augen- aber lange noch keine Bienenweide!

Klar ist:
In ihren schrumpfenden „Lebensräumen“ finden Wild- und Honigbiene immer weniger Nahrung oder Strukturen, um ihre Nistgänge anzulegen.

Die gute Nachricht:
Es ist ganz einfach, den Bienen zu helfen!

Die Tipps im Folgenden helfen ganz konkret, das Verschwinden der so wichtigen Bestäuber entgegen zu wirken.

Jeder darf. Jeder kann. Verschieben gilt nicht ;-)

Unsere »how2lovebees« Tipps

1. Einkaufen mit Herz und Verstand!
Saisonale Lebensmittel aus regionaler, ökologischer Landwirtschaft sind
meistens besser, da auf bienenschädliche Pestizide verzichtet wird.

2. Let it grow!
Mähen Sie nicht alle Blümchen auf Ihrem Rasen platt oder säen Sie bienenfreundliche Pflanzen! Ob im Balkonkasten, im Garten oder auf der Terrasse (Urban Gardening lässt grüßen). Das alles bietet ein vielfältiges Angebot für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co.

3. Honig – nur aus der Region!
Kaufen Sie Honig nur aus Ihrer Region. Fast 80 % des Supermarkt-Angebots stammt aus Importen aus nicht EU-Ländern, meist aus Südamerika, wo genmanipulierte Pflanzen im großen Stil angebaut werden, deren Pollen dann in den Honig geraten.

4. Keine Giftkeulen!
Auf bienenschädliche Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, also Pestizide, Herbizide und Biozide sollten Sie in Ihrem Haus und Garten verzichten. Es gibt genügend Alternativen, wie zum Beispiel Brennnessel-Sud! Viele Biogärtner geben für jedes Problem einen Tipp.

5. Sauber bleiben!
Krankheiten wie die amerikanische Faulbrut (AFB) werden bei uns eingeschleppt. Die auslösenden Endosporen werden u.a. durch Honigreste in Glascontainern verbreitet. Deshalb Honiggläser am besten in der Spülmaschine waschen, bevor man diese in den Glascontainer wirft oder gleich beim Kauf auf Mehrweg (z.B. DIB-Glas) achten.


und außerdem…
Mit unserer Bienenpatenschaft und der damit verbundenen Bepflanzung großflächiger Bienenweiden unterstützen wir den Umwelt- und Artenschutz. Durch das beeswe.love Netzwerk helfen wir indirekt regionalen Imkern, Landwirten und dem Erhalt der Kulturlandschaft Kraichgau mit ihren wunderschönen Streuobstwiesen.

Denn ohne Bienen keine Blumen* und ohne Blumen keine Bienen...



* Blumen bedeutet in diesem Zusammenhang über 80% der Nutzpflanzen in Deutschland sowie zahllose Pflanzen- und Tierarten in einem angegriffenen Ökosystem. 

Quiekende Bienen – ja wirklich!
Seek & destroy – so simpel und grausam geht es manchmal bei unseren Bienen zu.
Denn die Innenpolitik von Frau Königin lässt sich knapp und präzise so zusammenfassen:
»Es kann nur eine geben!«

Zu diesem Zweck (und das ist wirklich selten zu beobachten) fängt die Königin an zu quieken oder tuten, um ihre noch nicht geschlüpften Rivalinnen in Ihren Zellen zu orten. Wenn die Jungköniginnen antworten - und das werden Sie - ist ihr Schicksal besiegelt.

So, und jetzt sagen Sie nochmal, dass Bienen langweilig sind… :-)

Katrin Wetzel * Kommunikationsdesign * Impressum & Rechtliches

Offline Website Creator